Uganda- ich war da… und bin zurück

So nach den 3 Monaten, die ich in Uganda verbracht habe melde ich mich nun aus Deutschland. Das Internet dort war sehr langsam und ich hatte immer viel zu tun oder war unterwegs, daher erst jetzt ein Bericht:

Was habe ich drei Monate lang in Uganda gemacht?

Ich habe nicht, wie ursprünglich geplant für HOPE CHildren’s Foundation Africa gevolunteert, sondern habe mich vor Ort für ein Straßenkinderprojekt (Shalom Charity Foundation) in Kiseny, einem der Slums entschieden. Nach einem eigentlich nur kurz geplanten Besuch habe ich in dem Projekt, in dem ca. 30 Jungs untergebracht sind, so viel Freude und Hoffnung gefühlt und fand die Jungs so toll, dass ich immer wieder gekommen bin und dann täglich dort war. Dadurch erfuhr ich, dass die Mitarbeiter des Projektes nur alle paar Wochen mal dort sind, um Bürotätigkeiten auszuführen, die Jungs (8 bis 26 Jahre) also die ganze Zeit auf sich allein gestellt sind. Zum Glück gibts da aber Mama Oscar, die dort mit den Jungs lebt und täglich kocht (sofern Essen da ist) und Monika, eine ehemalige Praktikantin, die jetzt wieder nach Uganda gekommen ist, um den Jungs, die sie von damals kannte zu helfen auf eigenen Beinen zu stehen (www.friends-in-need-uganda.blogspot.com). Was ich dort genau gemacht habe war eigentlich nur dasein, reden und Späße machen. Ab und an mal beim Kochen helfen, Gitarre lernen (lernen! nicht lehren), Ball spielen, Malen, was einem grade so einfällt.

Wohin sind die Spendengelder geflossen, die Dank der Wattwanderungsteilnehmer und des TmbH zusammengekommen sind?

Die Spenden sind, wie geplant, an HOPE CHildren’s Foundation Africa geflossen. Ich habe das Projekt einen Tag lang besucht, mit den Gründern gesprochen und viele Familien in Kawempe besucht, die durch das Projekt unterstützt werden. HOPE Children’s Foundation Africa unterstützt ca. 100 Kinder und ihre Familen in Kawempe. Kawempe ist einer der Slums von Kampala, der bei Regen (ca. alle 2-3 Tage in der Trockenzeit) großflächig unter Wasser steht. Das ist das Hauptproblem dort. Die Menschen müssen das Wasser mit Kübeln aus ihren Häusern schöpfen, wenn es regnet. Haus heißt nicht Haus im Sinne eines deutschen Einfamilienhauses, sondern Haus heißt 10m² gemauerter Raum, in dem Bretter in einer Höhe über dem Boden sind, sodass sie nicht nass werden wenn das Wasser im Haus steht. Diese Bretter sind das Bett. In dem Haus der Familie, die ich besuchen durfte waren 2 erwachsene Frauen, 3 Kinder, 1 Bett, 2 Stühle und ein paar Kübel. Das ist der gesamte Besitz dieser Familie. Und in diesen kleinen Raum kam dann auch noch eine Weiße dazu, die versucht hat auf Luganda (der Sprache der Buganda in Kampala) Hallo zu sagen, was die Kinder ganz lustig fanden. Diese Familie unterstützt HOPE zur Zeit mit Medikamenten für die Mutter. Für viele andere Familien zahlt HOPE die Schulgebühren für die Kinder, gibt ihnen Hygieneschulungen und steht als Ansprechpartner vor Ort mit Rat und Tat zur Seite. HOPE arbeitet mit einem Medical Center zusammen, den ich auch kurz besucht habe. Im Büro von HOPE durfte ich in ihren großen Hefter schauen, in dem alle Steckbriefe der geförderten Kinder sind. Es sind eine Menge Kinder und es gibt eine gute Buchführung über die Unterstützung.

Der Tag im Projekt hat mir sehr gut gefallen. Ochieng Kennedy und Mawanda Roberts sind mit Herz und Verantwortungsbewusstsein bei der Sache.

Wird es ein Spendensammel-Revival geben?

Es wird höchst wahrscheinlich ein Spendensammel-Revival meinerseits dieses Jahr geben, allerdings steht für mich noch nicht fest, welches Projekt ich diesmal unterstützen möchte. Ich habe nämlich in den drei Monaten einige Projekte besucht und näher kennengelernt und da fällt die Entscheidung nicht leicht. Ein ganz tolles Straßenkinderprojekt, was auch wirklich gut läuft, ist beispielsweise Hoffnung-Spenden e.V., was Bernadette, eine Deutsche, vor 6 Jahren aufgebaut hat (www.hoffnungspenden.de). Bernadette und Sascha haben auch eine kleine Praktikantenvermittlung und ein Haus für Praktikanten in Kampala, in dem auch ich gewohnt habe und daher die Leute vom Projekt kennengelernt habe.

Bleibt noch was zu sagen?

Nochmal Danke an die Unterstützer und Spender! Eure Hilfe kommt an. Und wird gebraucht.

Und ein Danke an meine Familie und Freunde in Deutschland, ohne deren Rückhalt so manches nicht so einfach geklappt hätte (wie zum Beispiel pünktliches Abholen vom Bahnhof, gel Sabrina?, Flüge umbuchen,…).

Danke auch nach Uganda an die vielen lieben Leute, die ich tagtäglich ärgern durfte und ohne die ich wahrscheinlich jetzt noch in Kenia oder Kampala festsitzen würde da ich meine VisaCard alleine nicht wieder funktionsfähig machen konnte und auch meine Flüge nicht alleine umbuchen konnte und auch die Straße mit dem guten Pizzaladen nicht gefunden hätte. Danke Sean.

Fotos & englische Übersetzung folgen.

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